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Den eigenen Weg finden

Dienstag, 01. Februar 2011 Autor: Christian Weiler 6,303 Aufrufe keine Kommentare

Zahlreiche Organisation haben ihre Aktivitäten rund um Ideen- und Innovationsmanagement verstärkt und ausgebaut. Im Zentrum steht vielmals der Aufbau von Ideen- und Innovations-Communities, um damit einen möglichst großen Teil der Mitglieder der Organisation in diese zentrale Aufgabe einzubeziehen. Die übergreifend Zielsetzung ist es die Mitglieder zu aktiven Beteiligten und Mitgestaltern von Veränderungen zu machen und dies in den Unternehmenswerten zu verankern.
Anhand von erfolgreichen Beispielen kann der Aufbau von Ideen- und Innovations-Management nachvollzogen werden. Eine Analyse dieser Beispiele möchte ich wie folgt kurz zusammenfassen:

  • Der Aufbau einer Ideen- und Innovations-Community steht oftmals nicht primär im Vordergrund der Maßnahmen, ist aber in vielen Fällen als Ergebnis entstanden.
  • Die Verankerung in der Strategie, den Unternehmenswerten sowie im Management-Modell und den Management-Methoden ist notwendig, um die Arbeitsweisen und Grundprinzipien zu einem festen Bestandteil der Unternehmenskultur zu machen.
  • Die Bewertung und Einschätzung durch die Mitglieder der Community sind maßgeblich, um aus der Vielzahl von Ideen diejenigen zu identifizieren, die das größte Innovationspotential haben. Marktanalysen, Konzepttests und andere Mittel, um das Potential einer Idee zu verifizieren führen oft zu einem Entscheidungsvakuum.
  • Erfolgreiche Beispiele für Ideen- und Innovationsmanagement sowie und den Aufbau von Ideen-Communities sind verstärkt in US-Amerikanischen Organisationen zu finden. Branchenschwerpunkt sind Unternehmen aus der Informationstechnologie und der Konsumgüterindustrie.

Die Gemeinsamkeiten der Beispiele von Organisationen, die Innovationsmanagement erfolgreich einsetzen, reduziert sich auf das Management-Commitment und die Verankerung in den Grundsätzen sowie den Werten der Organisation. Ein einheitliches Erfolgsrezept ist nicht zu finden. Jede Organisation hat ihren eigenen Weg gefunden. Darüber hinaus zeigen die Beispiel, dass jede Organisation einen sehr individuellen Weg geht, um Ideen- und Innovationsmanagement in der Breite in der Organisation zu verankern.

Der Aufbau der Ideen- und Innovations-Community muss auf die Mitglieder einer Organisation fokussiert sein und orientiert sich den an den Grundsätzen, Strukturen und Rahmenbedingungen die das Unternehmen heute ausmachen.
Organisationen setzen sich aus den unterschiedlichen Persönlichkeiten ihrer Mitglieder zusammen. Es ist eine gute Übung sich die verschiedenen Profile der Persönlichkeitsanalyse vor Augen zu führen. Je nach Methode wird dabei zwischen drei, vier, acht oder mehr Profilen unterschieden. Sieht man sich die Profile unter dem Blickwinkel von Ideen- und Innovationsmanagement, insbesondere mit der Zielsetzung eine Ideen- oder Innovations-Community zu etablieren, so können folgende Schlüsse gezogen werden:

  • Innerbetriebliches Vorschlagswesen und Ideenwettbewerbe erreichen nur eine sehr begrenzte Gruppe von Mitgliedern einer Organisation. Diese Persönlichkeiten haben viele Ideen und eine hohe Motivation diese einzubringen. Klassisches Beispiel sind Persönlichkeiten, die im Innovationsmanagement oftmals als „Ideen-Champions“ bezeichnet werden. Diese werden ihre Ideen einbringen, mit oder ohne Ideen- / Innovationsmanagement, mit oder ohne Community. Ergo diese Persönlichkeiten sind einfach für Ideen- / Innovationsmanagement zu begeistern und werden sich zu einem hohen Prozentsatz an einer Community sehr aktiv beteiligen. Diese haben das Potential andere für ihre Ideen zu begeistern und sind als Multiplikatoren zu gewinnen, um weitere Mitglieder für die aktive Beteiligung an der Community zu motivieren. Nachteil ist, dass selbst in größeren Organisationen diese Persönlichkeiten nur eine sehr kleine Gruppe darstellen.
  • Andere Gruppen von Persönlichkeiten sind wesentlich schwieriger für die aktive Arbeit in einer Ideen- und Innovations-Community zu gewinnen. Beliebtestes Argument ist der Mangel an eigenen Ideen. Dabei wird verkannt, dass der Ideen-Autor nur eine von mehreren Rolle in der Community darstellt. Der Beitrag der Mitglieder in anderen Rollen ist wichtig und notwendig. Die Methoden zum Aufbau der Community müssen dabei vielfältig sein. Ideen-Workshops oder Kreativitätsseminare sind wichtig, sind aber alleine nicht ausreichend. Zu unterscheiden sind Methoden, die direkt auf Ideengenerierung abzielen. Diese haben den Vorteil, dass unmittelbar und direkt Ideen in die Community eingebracht werden, wobei wie dargestellt nur eine kleine Gruppe von Persönlichkeiten aktiviert wird. Andere Methoden arbeiten indirekt und zielen auf eine breite Beteiligung ab. Die Vorgehensweise dieser ist eine fundamental andere. Dabei steht nicht im Vordergrund, dass Mitglieder einer Organisation einer Community beitreten. Vielmehr werden die Mitglieder zu Beteiligten, ihr kontinuierlicher Input wird adressiert. Wenn sie Menschen dazu motivieren wollen in einer Ideen- oder Innovations-Community aktiv mitarbeiten wollen, ist es oft sinnvoller nicht von einer Community zu sprechen. Abhängig von der individuellen Persönlichkeit des einzelnen, besteht eine mehr oder weniger stark ausgeprägt Scheu an „social media“ Plattformen, auch internen, mitzuwirken.
  • Ein Ideen- und Innovationscommunity braucht eine große Breite der aktiven Beteiligung. Je mehr unterschiedliche Persönlichkeiten, in unterschiedlichen Rollen ihren Betrag einbringen, umso größer ist die Diverisität. Dies ist wichtig, da dadurch sehr effizient, Ideen generiert werden und die Ausgestaltung voranschreitet. Die Community wird dadurch zum effektivsten Instrument, um aus der Vielzahl von Ideen, diejenigen mit dem höchsten Innovationspotential zu identifizieren.

Der Aufbau einer Ideen- und Innovationscommunity muss sich an den Eckpfeilder der Organisation und ihrer Umwelt der orientieren:

Zur Erreichung der strategischen Ziele sind in der Organisation Management-Modell und -Methoden etabliert, die sich in den Grundsätzen des Unternehmens widerspiegeln. Charakteristika dieser Modell und Methoden sind beispielsweise:

  • Prozessorientierung und Fokussierung auf iterative und kontinuierliche Verbesserung von Prozessen;
  • Kennzahlen und KPIs für die Planung, Steuerung und Kontrolle der Umsetzung der gesetzten Ziele;
  • Ableitung der Strategie aus dem Regelkreis der Prozesse und der Steuerungsgrößen;
  • Über die hierarchische Aufbauorganisationen werden Linienaufgaben und Projektarbeit abgebildet;
  • Starker Fokus auf Expertenwissen, um Entscheidungsprozesse in definierten Entscheidungsgremien zu unterstützen;

Ebenso sind Anforderungen aus Sicht der Kunden und Märkte sowie deren Veränderung mit einzubeziehen. Ggf. sind Technologiesprünge, die einen signifikanten Einfluss auf die Weiterentwicklung des Produkt- und Dienstleistungsportfolios haben, zu betrachten.

Fazit:
Ideen- und Innovations-Management sowie der Aufbau der tragenden Säule in Form einer Ideen-und Innovations-Community ist für jede Organisation sehr individuell zu gestalten. Ein Erfolgsrezept oder eine Formel dafür gibt es nicht. Erfolgreiche Beispiele haben das Management-Commitment und die Verankerung in den Grundsätzen sowie den Werten der Organisation gemeinsam. Beides sind das Ergebnis eines längeren Entwicklungs- und Veränderungsprozesses. Ideen- und Innovationsmanagement kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Stärken der Organisation erhalten und weiterentwickelt werden. Der Aufbau einer Ideen-Community muss auf eine breite Beteiligung, unterschiedlicher Persönlichkeiten in der Organisation angelegt sein. Communities arbeiten mit anderen Strukturen und nach anderen Spielregeln, als die die heute in der Denkweise, Methoden und Werten vieler Organisation vorhanden sind. Um ein Ideen- und Innovations-Community in der Breite erfolgreich aufzubauen müssen die Mitglieder einer Organisation „dort abgeholt werden, wo sie heute stehen“.

Dieser Artikel wurde geschrieben von:

Christian Weiler

Christian Weiler ist Initiator und erster Autor des Blogs "Köpfe für Deutschland". In diesem Blog berichtet er über seine Erfahrungen mit der Entwicklung von der „Informationsgesellschaft“ zur „Kreativgesellschaft“ und wie Ideen- und Innovations-Communities die Veränderungen der Unternehmenskultur fördern.

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