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Die Innovationslücke

Montag, 04. Oktober 2010 Autor: Christian Weiler 3,201 Aufrufe keine Kommentare

Viele Organisationen verspüren zunehmend einen steigenden Druck neue und echte Innovationen zu entwickeln. Die Differenzierung, die sie mit ihren derzeitigen Produkten und Dienstleistungen erlangen können schwindet. Der Zeitraum in dem eine extra Marge durch die Innovation erzielt werden kann wird kürzer.
Produkte und Dienstleistungen sind hier als Synonym für Innovationen in den unterschiedlichsten Bereichen. z.B. Vertriebskanäle, Organisations- oder Zusammenarbeitsmodelle, Preismodell, Arbeitsabläufe oder Geschäftsprozesse, Entlohnungsmodelle oder in vielen anderen Bereichen mehr in den Innovationen entstehen können.

Betrachtet man Innovationsmanagement als Prozess, so kann dieser in zwei Bereiche gegliedert werden. Dem Ideenmanagement und der Umsetzung von Ideen in Form von Innovationsprojekten.

Ideenmanagement
Die Kernaufgaben im Ideenmanagement können vereinfacht als die gezielte Generierung, Ausgestaltung und Bewertung von Ideen zusammengefasst werden. In der Ist-Situation ist Ideenmanagement heute in vielen Organisationen in Form eines „Vorschlagwesens“ vorzufinden. Abhängig von der Unternehmenskultur und der Branche werden so Ideen, zumeist Verbesserungsvorschläge, aufgenommen, über die Hierarchie der Organisation bewertet und über deren Umsetzung entschieden. Verbesserungsvorschläge, die so generiert werden haben zumeist einen direkten Bezug zur aktuellen Aufgabe des Vorschlagenden. Die Motivation wird über Prämien gesteuert.

Als eine originäre Aufgabe ist Ideenmanagement im Bereich Forschung und Entwicklung, respektive dem Produktmanagement anzufinden. Gemessen an der Gesamtzahl aller Mitglieder einer Organisation haben die verhältnismäßig wenigen Mitarbeiter dieser Bereiche, unterstützt durch Partner und Lieferanten, den Auftrag Innovationen hervorzubringen.

Betrachtet man Ideenmanagement als ganzheitliche Aufgabe, und berücksichtigt diese im Zielbild für den Aufbau von Innovationmanagement, ist eine zentrale Herausforderung das kreative Potential aller beteiligter einer Organisation zu heben. Weder ein „Vorschlagswesen“ noch die Forschungs- und Entwicklungsbereich können dieser Zielsetzung gerecht werden.

Insbesondere im mitteleuropäischen Kulturkreis, allen voran in Deutschland, können wir ein enormes Ideenpotential aktivieren (siehe auch: “Deutschland – Land der Ideen”  eine Initiative der Bundesregierung und der Wirtschaft vertreten durch den BDI). Um dieses Potential für eine Organisation zu erschließen bedarf es in erste Linie kreativen Freiraum und einen Anstoß. Dieser Anstoß kann mit sehr einfachen Mitteln wie beispielweise durch einen moderierte Ideen-Workshop erfolgen. Der Teilnehmerkreis dieser Workshops sollte dabei gut ausgewählt sein und eine hohe Diversität aufweisen (Hierarchie, Alter, Geschlecht, kultureller Hintergrunde,…)

Innovationsprojekte
Ist die Entscheidung getroffen, erfolgt die Umsetzung einer Idee in sehr vielen Fällen in Projektform. Dabei unterscheiden sich diese Projekte, in Struktur, Organisation, Methode und Steuerung nicht von den vielen anderen Projekten im Unternehmen.
Projekthafte Arbeit hat in den aller meisten Organisationen über die vergangenen zwei bis drei Jahrzehnte Einzug gehalten. Die Mitarbeiter und die Führungsmannschaften sind mit den Herausforderungen der Projektarbeit und –steuerung vertraut und erfahren.

Fazit
Kommen wir zu dem Ausgangspunkt dem Innovationsprozess zurück. Meine Erfahrung zeigt, dass Ideenmanagement sehr gut und zügig in vielen Organisationen umgesetzt werden kann. Wichtig sind dabei klare Rahmenbedingungen, in Stufen aufgegliederte Zielsetzungen und gewünschte Freiräume sowie die kontinuierliche Betreuung und Steuerung. Dies kann beispielsweise durch ein „Innovation Office“ erfolgen.
Die Umsetzung von Ideen in Innovationsprojekten stellt keine besonders anderen Anforderungen an die Projektarbeit, wie die vielen anderen Projekte an den täglich in der Organisation gearbeitet wird.

Dennoch klafft zwischen der Generierung von Ideen und der tatsächlichen Umsetzung eine Lücke -  die „Innovationslücke“. Die Folge daraus ist, dass zu wenige tatsächliche Innovationen entstehen. Ursachen hierfür sind im Innovationsprozess zu finden. Die folgen Fragen zeigen einige Schwächen exemplarisch auf:

  • Werden Ideen vornehmlich nach dem kurz- und mittelfristgen monetären Nutzen Bewertete oder fließen in die Bewertung Aspekte ein, die durch die eigenen Innovations-Community eingebracht werden?
  • Ist der Innovationsprozess so ausgestaltet, dass der Wert einer Idee kontinuierliche entstehen kann?
  • Wird ein klarer Fundingprozess gelebt und ist dieser entsprechend priorisiert?
  • Wie aktiv, lebendig und stark ist die eigene Innovations-Community?
  • Fördert der Innovationsprozesse Wettbewerb und enthält er spielerische Elemente?

Dieser Artikel wurde geschrieben von:

Christian Weiler

Christian Weiler ist Initiator und erster Autor des Blogs "Köpfe für Deutschland". In diesem Blog berichtet er über seine Erfahrungen mit der Entwicklung von der „Informationsgesellschaft“ zur „Kreativgesellschaft“ und wie Ideen- und Innovations-Communities die Veränderungen der Unternehmenskultur fördern.

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