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Kennzahlen im Innovationsmanagement

Sonntag, 10. Oktober 2010 Autor: Christian Weiler 8,936 Aufrufe keine Kommentare

Ideen und Innovationen sind das Gold, das Öl, Respektive „der“ maßgebliche Produktionsfaktor der Zukunft.
Die Produktionsfaktoren bzw. die Werte, die Vermögenswerte eines Unternehmens sind heute durchschnittlich fast 80% immaterielle Werte (Patente, Betriebsgeheimnisse, Wissen, die Einschätzung des Marktes dass ein Unternehmen neue Ideen generiert sowie Produkte/Dienstleistungen/Geschäftsmodelle entwickelt und diese erfolgreich im Markt platziert).
In den 1970er Jahren waren noch 75% der Vermögenswerte eines Unternehmen Buchwerte (Anlagevermögen, Maschinen, Gebäude, Barvermögen).
Gerne sprechen wir von einer Wissensgesellschaft oder Wissensökonomie. Unsere Wissensgesellschaft, so glauben wir, verschafft uns den entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Fakt ist, dass dieser Vorteil nur von kurzer Dauer ist.
Bereits heute übersteigt die Anzahl der Hochschulabsolventen Chinas, die ihr Studium „mit Auszeichnung“ abschließen, die Anzahl aller Studenten an US-Amerikanischen Universitäten.

Die Innovationskraft einer Organisation wird heute maßgeblich über die Höhe der Investition in Forschung und Entwicklung bestimmt. Maßgebliche Kennzahl für die Bewertung von Unternehmen ist der Anteil der Ausgaben für eben Forschung und Entwicklung, gemessen am Umsatz. Diese Kennzahl spiegelt aber nicht wieder, ob echte Innovationen hervor gebracht wurden, wieviel Umsatz mit neuen innovativen Produkten erzielt wird oder ob die extra Marge, die durch Innovationen erst möglich, erlangt wird.

Im Folgenden ein paar Anregungen für Kennzahlen, um die Qualität sowie Nachhaltigkeit von Ideen- und Innovationsmanagement zu messen:
Ideenmanagement

  • Neue Ideen pro Zeiteinheit (Tag, Woche) – Wieviele neue Ideen werden von der Innovationscommunity der Organisation eingebracht?
  • Bewertung von Ideen – Wie werden Ideen von Mitgliedern der Innovationscommunity bewertet (durchschnittlich bzw. Anzahl von Ideen je Bewertungscluster). Wenn in der Organisation eine „Währung“ für Ideen eingesetzt wird, ist auch der Gesamtwert der Ideen eine gute Kennzahl.
  • Stärke und Lebendigkeit der Innovationcommunity – Wie groß (im Verhältnis zur Gesamtorganisation) und wie aktiv ist die eigene Innovationscommunity?
  • Geparkte Ideen – Anzahl der Ideen, die eine hohe Bewertung haben, die aber aktuell nicht weiterverfolgt werden (z.B. weil die technologische Basis für eine wirtschaftlich sinnvolle Umsetzung noch nicht verfügbar ist) – generell sollten Ideen nicht eliminiert werden, sondern nur geparkt, um diese in regelmäßigen Abständen neu zu bewerten.
  • Umgesetzte Ideen – Anzahl der umgesetzten Ideen in den letzten x Monaten
  • Risiko-Quotient – Verteilung der Ideen in den 4 Quadratenten einer 2×2 Matrix. Die beiden Achsen der Matrix sind dabei: Grad der Veränderung bzgl. Produkt/Dienstleistung und Grad der Veränderung des Geschäftsmodells.

Innovationsmanagement

  • Reifergrad – Wieviele Ideen befinden sich in welcher Phase des Innovationsprozesses? Wie schnell durchschreiten Ideen und Innovationen einzelne Phasen?
  • Anteil Umsatz und Bruttomarge in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Markteinführung – Wieviel Umsatz und Ergebnis wird mit neuen Produkten erzielt?
  • Verhältnis Bruttomarge zu F&E Kosten unter Berücksichtigung des Produktlebenszyklus (CAGR) – Dies Kennzahl eliminiert den Effekt der zeitlichen Zuordnung von F&E Kosten. Bei neuen Produkten und Dienstleistungen ist dieser Anteil ungleich höher und verzerrt durch den Beitrag zum Ergebnis.

Die Herausforderung ist es, die Fähigkeit Innovationen kontinuierlich hervorzubringen und gleichzeitig die Stabilität des Unternehmens sicherzustellen. Für die Steuerung notwendige Kennzahlen müssen so ausgewählt und eingesetzt werden, dass die ganzheitlichen Aufgaben von Innovationsmanagement für die Organisation im Zentrum steht.

Dieser Artikel wurde geschrieben von:

Christian Weiler

Christian Weiler ist Initiator und erster Autor des Blogs "Köpfe für Deutschland". In diesem Blog berichtet er über seine Erfahrungen mit der Entwicklung von der „Informationsgesellschaft“ zur „Kreativgesellschaft“ und wie Ideen- und Innovations-Communities die Veränderungen der Unternehmenskultur fördern.

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