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Rollen in Ideen- und Innovations-Communities (Teil 2: Voter)

Mittwoch, 08. Dezember 2010 Autor: Christian Weiler 8,779 Aufrufe keine Kommentare

In meinem zweiten Artikel über Rollen der Mitglieder in einer Ideen- und Innovationscommunity möchte ich den „Voter“ vorstellen.

Im Unterschiede zum Ideen-Management im Rahmen eines innerbetrieblichen Vorschlagswesen, in dem die Bewertung einer Idee oder eines Verbesserungsvorschlages durch die Aufbauorganisation erfolgt, übernimmt die Ideen- und Innovations-Community die Aufgabe eingebrachte Ideen zu bewerten.
Für die Bewertung können verschiedene Mechanismen eingesetzt werden:

  • Ja oder Nein – Top oder Flop Bewertung
  • Detaillierte Bewertung (z.B. mittels Bewertungssternen)
  • Abschätzung oder Einschätzung zu ausgewählten Aspekten
  • Punktesystem oder Einsatz einer „Ideen Währung“

Ja oder Nein – Top oder Flop
Die Bewertung mittels Ja oder Nein – Top oder Flop ist eine sehr einfache gestaltete und sehr effektive Möglichkeit eine Einschätzung der Community zu ein eingebrachten Idee zu bekommen. Die Aussagekraft dieser Einschätzung steigt mit der Anzahl der abgegebenen Stimmen.
Ein gutes Bespiele für diese Art der Bewertung zeigt „kancept.com“. Auf der Website werden Produktideen vorgestellt und dem Besucher die einfach Frage gestellt „Would you buy this?“-  Ja/Nein.
Das in der social Media Welt bekannteste Beispiel für diese Art der Bewertung ist Facebook mit seinem „Like“ oder „Gefällt mir“ Button. Wobei Facebook die Bewertung noch weiter reduziert hat auf eine ausschließlich positive Bewertung. Damit wird die Anzahl der Bewertungen in den Vordergrund gestellt.

Detaillierte Bewertung (z.B. mittels Bewertungssternen)
Der im Internet am meisten verbreitete Bewertungsmechanismus ist der Einsatz von „Bewertungssternen“. Gängig ist dabei die Bewertung mit bis zu fünf Sternen. Ein Stern ist die niedrigste und fünf Sterne die höchste Bewertung. Die Bewertung erfolgt einfach und schnell mit einem Klick. Im Vergleich zum Ja oder Nein – Top oder Flop Bewertungsmechanismus ist die Aussage weniger Trennscharf.
Diesen Bewertungsmechanismus habe ich auch für diesen Blog gewählt.

Abschätzung oder Einschätzung zu ausgewählten Aspekten
Für eine differenzierte Bewertung von einzelnen Kriterien, z.B.

  • Wie neu ist eine Idee? – (Bewertungsskale: Punkte)
  • Wie groß ist die Reichweite einer Idee? (Bewertungsskale: Anzahl Nutzer oder Kunden)
  • Wie schnell kann die Idee umgesetzt werden? (Bewertungsskale: Monate)
  • Wie groß ist die Differenzierung oder positiv wird das Kundenerlebnis eingeschätzt? (Bewertungsskale: Punkte)

ist eine Abschätzung zu diesen ausgewählten Aspekten notwendig. Die Bewertungsskala ist dabei flexibel und orientiert sich am einzelnen Kriterium.

Welcher Bewertungsmechanismen eingesetzt wird ist abhängig von der Zielsetzung und abhängig vom Prozessschritt im Innovations-Prozess.
Eine Bewertung mittels Ja oder Nein – Top oder Flop ist sehr gut geeignet, um aus der Vielzahl von Ideen diejenigen zu identifizieren, die ein großes Potential für eine echte Innovation haben. Der Einsatz startet unmittelbar im Anschluss an den Prozessschritt der“ Ideengenerierung“.
Für die Methode der detaillierten Bewertung gilt ähnliches. Wobei die Bewertung wie gesagt wenig trennscharf ist. Der Einsatz erfolgt ebenso unmittelbar im Anschluss an den Prozessschritt der“ Ideengenerierung“. Durch die geringere Trennschärfe kann die Bewertung aber länger über weitere Prozessschritte erfolgen. Eine detaillierte Bewertung ist auch in den Prozessschritten „Diskussion“ und „Validierung“ weiterhin sinnvoll.
Die Abschätzung oder Einschätzung nach ausgewählten Aspekten eignet sich weniger für die Auswahl von Ideen mit hohem Innovationspotential. Zudem ist die Bewertung für das einzelne Mitglied aufwändiger. Da das Interesse an einer Idee über das Fortschreiten in den Prozessschritten im Innovationsprozesse wächst, ist die Bewertungsmethode ein gutes Instrument, um die Prozessschritte „Diskussion“ und „Validierung“ zu unterstützen. Die Methode eignet sich gut für die Bestimmung des Reifegrades einer Idee.

Punktesystem oder Einsatz einer „Ideen Währung“
Alle bislang vorgestellten Bewertungsmechanismen sind kraftvolle Instrumente. Ihre tatsächliche Kraft entwickelt sich am besten, wenn die Bewertung durch ein einzelnes Mitglied mit einer Motivation oder einem Anreiz verbunden ist. Anderenfalls wird durch die Mitglieder die Bewertung schnell als ist eine trockene und langweilige Pflichtübung wahrgenommen. Nutzen wir Wettbewerbs- und Spielelemente entsteht der zusätzliche Anreiz bei den Mitgliedern der Ideen- und Innovations-Community.

Die Rolle des Voters
Jedes Mitglied der Community kann und soll die Rolle des Voters einnehmen. Wird eine Idee von einer großen Anzahl bewertet und zeichnen sich die Mitglieder durch eine hohe Diversität aus (d.h. nicht nur Experten haben eine Bewertung abgegeben), so ist die Aussagekraft der Bewertung sehr hoch. Die Bewertung der Voter sind maßgebliche, um aus der Vielzahl von Ideen diejenigen zu identifizieren, die das Potential für echte Innovation haben.
Der Voter ist über Anreize zu motivieren, seine unbeeinflusste Meinung zu möglichst vielen Ideen abzugeben. Diese Motivation kann über ein Punktesystem oder eine „Ideen-Währung“ gefördert werden.

Ich möchte das folgende Beispiel zur Diskussion stellen:
Gestalten Sie die Bewertung einer Idee als Wettspiel wie eine Pferdewette. Sie setzten den Bewertungsmechanismus Ja oder Nein – Top oder Flop ein. Geben Sie jedem Mitglied einer Community ein Startkapital in Form von Punkten oder ermöglichen Sie den Mitgliedern Punkte zu erwerben. Diese Punkte kann jedes Mitglied in der Rolle als Voter einsetzen. Bei jeder Bewertung kann der Voter Punkte setzten. Analog zu Pferdewetten erhält der Voter mehr Punkte zurück, wenn seine Einschätzung der Mehrheit der Einschätzungen entspricht. Im anderen Fall verliert er seine Punkte.
Um die Bewertung des Einzelnen nicht zu beeinflussen wird für die Bewertung ist ein definierter Zeitraum festgelegt. In diesem Zeitraum ist der aktuelle Stand der Ja oder Nein Bewertungen nicht sichtbar, wohl aber die Anzahl der bereit abgebebenen Bewertungen und die Gesamtsummer der gesetzten Punkte.

Dieser Artikel wurde geschrieben von:

Christian Weiler

Christian Weiler ist Initiator und erster Autor des Blogs "Köpfe für Deutschland". In diesem Blog berichtet er über seine Erfahrungen mit der Entwicklung von der „Informationsgesellschaft“ zur „Kreativgesellschaft“ und wie Ideen- und Innovations-Communities die Veränderungen der Unternehmenskultur fördern.

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